Tag der Erde 2018

World Earth Day

Wir bringen diesen Planeten in die Reinigung. Ich würde ja gern glauben, dass die meisten von uns sich Sorgen machen. Aber mir ist klar, dass viele von uns keine Notwendigkeit sehen, etwas zu ändern, solange wir uns wohl fühlen und nicht betroffen sind. Vielleicht bin ich zynisch, vielleicht bin nur ich so. Aber es dauert so unendlich lange, etwas zu ändern. Ich glaube, wenn die Leute wirklich begreifen würden, wie die Dinge stehen, würde morgen früh niemand mehr das Auto starten. Es gäbe eine gemeinsame, weltweite Entscheidung, fossile Brennstoffe zu verbieten. Ebenso würde man gemeinsam auf saubereren Energielösungen bestehen und die etablierten Industrien abschaffen, denen Profit immer noch wichtiger ist als die Menschen. Leider lassen sich Menschen leicht ablenken. Unser Job, die Nachrichten, die Unterhaltung, der Konsum, das Geld, die sozialen Medien, unsere Smartphones und der Krieg, all das lenkt uns ab. Deshalb kann man gar nicht genug betonen, wie wichtig der Tag der Erde 2018 ist.

Wie hat das alles angefangen?

Der Tag der Erde wird in der ganzen Welt am 22. April begangen und ist ursprünglich in dem Land entstanden, das am meisten für die sozialen und ökologischen Missstände der Welt verantwortlich ist, den guten alten USA. In den 1960er Jahren gab es in Amerika eine Diskussion über die Auswirkungen der Umweltverschmutzung. Durch Rachel Carsons Bestseller „Silent Springs“ wurde diese noch intensiver. Das Buch beschäftigte sich mit der schädlichen Wirkung von Pestiziden. Aber den Tag der Erde begründete Gaylord Nelson, ein US-Senator aus Wisconsin, und mit seinem Engagement für diesen Tag löste er eine neue Welle von Umweltaktivismus aus.

Seit diesen Anfängen hat der Tag der Erde sehr an Bedeutung gewonnen. Der erste Tag der Erde, der 1970 vor allem von Studenten begangen wurde, zog insgesamt etwas mehr als 1 Million Menschen an. Zum 20. Jubiläum 1990 waren es schon über 200 Millionen, und 141 Länder beteiligten sich. Heute wird der Tag der Erde in 192 Ländern gefeiert, von über 17.000 Umweltgruppen beachtet und in Großstädten veranstaltet. Gastgeberstädte waren unter anderem New York, London und Madrid.

Was soll mit dem Tag der Erde erreicht werden?

Der Tag der Erde soll den Schutz der Umwelt fördern und ins Bewusstsein rücken. Er zieht jedes Mal mehr Menschen an, und immer mehr Themen werden behandelt. Wichtige Themen sind die Verschmutzung des Ozeans, der Müll von Deponien, die Erhaltung des irdischen Ökosystems, der Klimawandel, Überbevölkerung, Fragen der Kerntechnik, die Ozonschicht, Bodenverschlechterung, Korrosion und vieles mehr.

6 Meilensteine

Ich mache mir keine Illusionen. Ich bin zwar optimistisch, dass wir diesen Planeten retten können, aber ich glaube auch nicht hundertprozentig daran. Es läuft so vieles schief auf der Welt, und es gibt so viel Desinformation. Mit den Informationsbrocken, die man im Internet bekommt, kann man leicht Opfer von Fehlinformationen werden oder nur die halbe Wahrheit erfahren. So entsteht ein soziales Klima der Verwirrung und Gleichgültigkeit. Beides führt zum gleichen Ergebnis: es geschieht nichts. Können wir die Uhr zurückdrehen? Unwahrscheinlich. Um Ben Affleck zu zitieren, der als Bruce Wayne im Film „Gerechtigkeitsliga“ von 2017 sagte, „Wir tendieren zu der Ansicht, dass die Weltuntergangsuhr einen sanften Weckton hat.“ Abgedroschen, vielleicht, aber absolut wahr. Dieser Film war vielleicht kommerziell nicht so erfolgreich, wie die Studiobosse gehofft hatten, aber immerhin so beliebt, dass ein Online-Casinospiel zum Film entwickelt wurde. Aber Schluss mit der Schwarzseherei, und Schluss mit der Schleichwerbung, wir wollen das Positive sehen, nämlich was getan wird und was uns retten könnte.

  1. Die Ratifizierung des Klimaabkommens: Im Oktober 2016 hatten 55 Länder, die 55 % der weltweiten Treibhausgasemissionen repräsentieren, das Klimaabkommen von Paris ratifiziert. Am 4. November des gleichen Jahres trat es in Kraft. Ziel dieses Abkommens ist es, den globalen Temperaturanstieg auf den Stand vor der Industrialisierung zurückzuführen. Eine Mammutaufgabe, besonders wenn man bedenkt, dass es keine echten Ausgangswerte für den Stand vor der Industrialisierung gibt. Die Wissenschaft schätzt diesen Zeitpunkt spekulativ auf 1720 bis 1800. 
  1. Weniger Einsatz von Kohle: Großbritannien kann mit Stolz behaupten, dass der Stromverbrauch hier in den letzten 60 Jahren am saubersten geworden ist. Der Kohleverbrauch ist stark zurückgegangen, und an seine Stelle sind die erneuerbaren Energien getreten. Aber wenn man etwas wirklich Beeindruckendes erwähnen möchte, muss man Costa Rica nennen. Dort wird überhaupt keine Kohle genutzt. Das Land funktioniert 100 % grün! Und man setzt auch nicht alles auf eine Karte. Wind, Geothermie, Solarenergie und eine solide Wasserkraft-Infrastruktur decken den Strombedarf in Costa Rica vollständig ab. Auf den nächsten Rängen folgen Kanada, Frankreich, Dänemark, Schottland, Schweden und Finnland.
  1. Elektroautos sind Realität: Sie sind nicht nur Realität, sie gewinnen an Boden, und echte und berechtigte Interessen stehen hinter ihnen. Alle großen Autokonzerne haben schon richtige, hundertprozentige Elektroautos produziert, und zwar solche, die auch mit leistungsstarken fossil betriebenen Fahrzeugen konkurrieren können. Bis zur Massenproduktion nach Art eines Henry Ford wird es noch etwas dauern, aber es gibt gute Gründe zu glauben, dass es dazu kommen wird; nämlich die Tatsache, dass die Kosten des Elektrobetriebs durch verstärkten Einsatz grüner Energie sinken könnten, was die Käufermärkte treiben und damit ein erschwinglicheres und verfügbareres Produkt „Elektroauto“ hervorbringen wird.
  1. Windkraft könnte die Konkurrenz wegpusten: Die Windenergie gewinnt weltweit an Bedeutung, und China liegt bei Leistung bzw. Megawatt vorn. Es ist auch sinnvoll, dass das größte Land der Welt auch die größte Windkraftkapazität hat, zumal die moderne Weltproduktion in China stattfindet! Die USA sind auf dem zweiten Platz, danach kommt Deutschland. Indien liegt auf Platz 5 und Brasilien auf Platz 10. Wüstenstandorte, Windgebiete im Flachland und weite Küstenregionen sind die Top-Standorte für die Errichtung von Windkraftanlagen.
  1. Lava! Norwegen: Wissenschaftler glauben inzwischen, dass auch Geothermie aus Gebieten vulkanischer Aktivitäten genutzt werden kann. Norwegen ist ein Land, das auf dem Rücken von 130 Vulkanen ruht. Und es ist führend in der Nutzung der Kraft dieser Vulkane. Mehr als 25 % des norwegischen Strombedarfs werden heute durch die Nutzung kochender Quellen gedeckt. Als Magma-gefüllte Kammern zugänglich gemacht wurden, konnten Wissenschaftler die Wärme nutzen und 450 Grad heißen Dampf erzeugen, woraus sich wiederum geothermische Energie gewinnen ließ. Geothermische Anlagen wurden gebaut, um die Gebiete zu erschließen, in denen Magma erreichbar ist – das ist in bis zu 5 km Tiefe!
  1. Führend in der Welt: Nichts überzeugt so gut, wie mit gutem Beispiel voranzugehen, und wenn wir weiter in Richtung erneuerbare Energien vorwärtskommen wollen, dann brauchen wir Vorreiter, Innovatoren, Zeichen der Hoffnung und Inspiration: Länder, die als Speerspitze der Bewegung vorangehen. Die Länder, die heute die Trends bestimmen und die Standards neu setzen, sind Schweden, Costa Rica, Nicaragua und Schottland, wo 2015 sämtliche Haushalte mit Windstrom versorgt wurden.

Ziele des Tages der Erde 2018

Das Hauptziel des Tages der Erde 2018 ist ein Ende der Plastikverschmutzung, ein ehrgeiziges Ziel, aber für die Umwelt eine absolute Notwendigkeit. Während Sie diesen Artikel lesen, befinden sich 5,25 Billionen Stücke Plastik im Ozean. 269 000 Tonnen von diesem Meeresplastik schwimmen an der Oberfläche, und es wird vermutet, dass pro Quadratkilometer Wasser 4 Milliarden Kunststoff-Mikrofasern zu finden sind. Es wird spekuliert, dass die Plastikmenge in den Ozeanen bis 2050 höher sein wird als die Menge an Meereslebewesen, nach Gewicht gerechnet. Eine durchaus plausible wissenschaftliche Annahme, wenn man bedenkt, dass jede Minute auf der Welt ein Kipplaster Plastikmüll ins Meer geschüttet wird.

Mit dem Tag der Erde 2018 soll Bewusstsein geschaffen werden, Diskussionen in Gang gebracht und so viele Flammen entzündet werden, dass wir nicht nur den schrecklichen Vorhersagen für 2050 entgehen, sondern auch Änderungen herbeiführen, die zu einem permanenten Wandel führen. Dazu gehört ein Schwerpunkt auf menschliche Einstellungen und menschliches Verhalten im Hinblick auf Kunststoffe, und folgende Maßnahmen sollen zur Umsetzung dienen:

  • Aufbau einer weltweiten Struktur für die Regulierung der Plastikverschmutzung
  • Aufklärung der Weltbevölkerung, und Druck dieser Bevölkerung auf Regierungen und Unternehmen, die Plastikverschmutzung einzuschränken und massiv zu senken
  • Menschen inspirieren, persönlich etwas zu ändern, durch Wiederverwendung von Plastik, Ablehnung von Plastik, weniger Plastikverbrauch und mehr Plastikrecycling
  • Zusammenarbeit mit Pädagogen, Hochschulinstituten und Studenten, um den Einsatz von Kunststoffen zu beenden
  • Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen, um den Tag der Erde 2018 zu einer starken Grundlage für Partnerschaften zu machen, durch die die Plastikverschmutzung beendet werden kann
  • Information der Weltöffentlichkeit über die Eingriffe, mit denen Städte und Kommunen gegen Plastikverschmutzung vorgehen
  • Journalistische Ressourcen zugänglich machen, damit Nachrichten über Probleme und Lösungen verbreitet werden können

Mit dem Tag der Erde 2018 werden die oben genannten Ziele festgeschrieben und gleichzeitig der 50. Jahrestag dieses Tages vorbereitet, der 2020 begangen wird. Wir können auf den Erfolg hoffen, aber wir müssen auch selbst handeln, wenn wir Teil der Lösung sein wollen und nicht weiter Teil des Problems.

Quellen:

https://www.earthday.org/
https://www.earthday.org/campaigns/plastics-campaign/
https://theconversation.com/six-articles-to-make-you-optimistic-about-the-planets-future-this-earth-day-76534